Das Foto zeigt einen Mann mit Aluhut, der mit einem Fensterreiniger Chemtrails beiseite schiebt.
© Ria Sopala/Pixabay

Verschwörungsmythen Paroli bieten - Training für eine demokratische Diskussionskultur

Online- und Präsenzangebote für Gruppen aus Berlin und Brandenburg
 



Offizieller Projektstart: Montag, 23.11.20, 15:30 – 19:00, online via Zoom im Rahmen einer Multiplikator*innen-Fortbildung.



Verschwörungserzählungen und Fake News verbreiten sich – gerade in der Corona-Krise – rasend schnell, vor allem über das Internet und die Sozialen Medien. Sie versprechen Orientierung und emotionalen Halt sowie einfache Erklärungen und konkrete Schuldige für das scheinbar Unerklärliche. Diese Corona-Verschwörungsmythen fügen sich ein in ein breites Spektrum aus (häufig antisemitischen) Erzählungen über geheime Weltregierungen und Ähnliches, die sich besonders – aber nicht nur – in der extremen Rechten großer Beliebtheit erfreuen.

Doch was sind Verschwörungserzählungen und woran kann ich sie erkennen? Warum glauben so viele Menschen daran? Sind sie gefährlich für unsere Demokratie, und wie kann ich persönlich darauf reagieren?

Die sogenannten „Corona-Freiheits-Demos“ im August 2020 in Berlin, die „Querdenken-Demonstration“ in Leipzig im November 2020 sowie die laufende zweite Corona-Welle im Herbst/Winter 2020 zeigen leider die fortbestehende Bedeutung des Themas.

Im Rahmen des aktuellen Medienkompetenz-Förderschwerpunkts „Behind the News – Informationskompetenz im Digitalen“ der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) führen wir deshalb von November 2020 bis Oktober 2021 Online-und Präsenz-Trainings zum Thema „Verschwörungsmythen und Corona“ durch. Die Pandemie soll als Ausgangspunkt genommen werden, um sich näher mit Verschwörungsmythen auseinanderzusetzen.

Angebot für Gruppen aus Berlin und Brandenburg


Für ganz unterschiedliche Zielgruppen der Zivilgesellschaft (Schüler*innen und Berufsschüler*innen, Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen, kirchliche Jugendgruppen, Freiwillige Feuerwehren und andere zivilgesellschaftliche Akteur*innen) bieten wird digitale Angebote, aber auch Projekttage in Präsenz an.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden die Strukturen und Gemeinsamkeiten von Verschwörungsmythen herausgearbeitet. In einem weiteren Schritt werden in zwei Kleingruppen eigene, neue Verschwörungserzählungen ausgedacht. Bei deren Präsentation schlüpfen die Teilnehmenden sowohl in die Rolle von Verschwörungsideolog*innen als auch in die Rolle der Skeptiker*innen und werten ihr Agieren im Anschluss gemeinsam aus.

Fragen, denen wir während der Trainings nachgehen wollen:

•    Welche Verschwörungserzählungen gibt es generell und welche aktuell im Zusammenhang mit Covid 19?
•    Wie entstehen Verschwörungserzählungen? Gibt es strukturelle Gemeinsamkeiten?
•    Warum sind sie für Menschen so attraktiv? Für wen besonders? – Wir probieren es aus!
•    Wie Fake News erkennen? – Kritische Medienanalyse erlernen!
•    Wie auf Verschwörungserzählungen reagieren?
•    Wie mit den Menschen sprechen, die in Kontakt mit Verschwörungsmythen kommen – ob im persönlichen Umfeld oder im Arbeitskontext?
•    Was bedeuten Verschwörungserzählungen für von Rassismus und Antisemitismus Betroffene?
•    Was bedeuten Verschwörungserzählungen für unsere Demokratie?

Für mehr Nachhaltigkeit sollen unter den Teilnehmenden neue Multiplikator*innen gewonnen werden, die die kritische Auseinandersetzung mit Verschwörungsmythen vertiefend in ihren Gruppen, (Ausbildungs-)Projekten, Schulen und anderen Institutionen fortführen.

Kontakt

Sollten Sie Interesse an einem Projekttag als Online-Format oder in Präsenz haben, wenden Sie sich bitte an:

Wolf van Vugt
wolf.van.vugt[at]bildungsbausteine.org

Gefördert durch: